Die Schweiz - Wilde Forellen, weiße Berge und ein Zelt

Wenn ich auf meine vergangenen Reisen zurückblicke, dann ist die Schweiz dasjenige Land, das meine Einstellung zu Ökosystemen und der Natur im Allgemeinen am meisten beeinflusst hat. Das ist auch zu einem großen Teil Matthias Meyer zu verdanken, der mich in meinem Praktikum in Innertkirchen auf die beste Art und Weise malträtierte, die man sich vorstellen kann - am Fluss. Ich verbrachte 2017 ein halbes Jahr dort und hatte rund um die Uhr mit Seeforellen zu tun. Ich konnte kaum glauben, was ich über diese Fischart von Matthias lernen und beobachten konnte.

 

Vor kurzem planten Church und ich, zusammen mit unserer Freundin und Kommilitonin Carla einen Kurztrip in die Schweiz, beim Ort blieb ich eisern, denn ich konnte es kaum erwarten, Matthias und die anderen ehemaligen Arbeitskollegen wieder zu treffen. Es sollte ein unvergessliches Wochenende werden.

Unser Plan bestand darin, einige Nächte am Brienzer See zu campen und es eine Nacht hoch oben in den Bergen zu versuchen. Davon wurde uns jedoch stets abgeraten - es war immerhin noch Mai und in der Schweiz liegen zu dieser Zeit oberhalb der Baumgrenze noch bis zu 6 Meter Schnee...wir dachten kurz an ein Iglu...

 

Denkt man an die Schweiz, stellt man sich schneebedeckte Berge, Wasserfälle und kristallklare Wildbäche vor, hinter jedes der drei konnten wir bereits bei der Ankunft einen Haken setzen.

Die Schweiz beeindruckt einfach in so vielerlei Hinsicht, und wir konnten es kaum erwarten am nächsten Tag loszustarten.

 

 

 


Neben Matthias trafen wir auch Florian Böttcher, einen herausragenden Fliegenwerfer und Fischer, der uns mit in die Schlucht begleitete. Das Fischen in der Schlucht ist genauso schön wie gefährlich, ohne Matthias wären wir bereits nach wenigen Hundert Metern umkehren können, doch mit ihm hatten wir einen Guide, der den Fluss wie seine Westentasche kennt und uns half, die richtigen Schritte im Fluss zu setzen ohne unser Leben zu riskieren.

Auch Carla, die das erste mal in ihrem Leben in einer Wathose steckte, machte sich prima und so genossen wir einen sagenhaften Tag in atemberaubender Natur.

 

Am letzten Tag unserer Reise wollten wir uns das Wildcampen aber doch nicht vermiesen lassen und so fuhren wir in ein etwas abseits gelegenes, rund 2000 m hoch gelegenes Tal, und schlugen am Südhang oberhalb der Baumgrenze unser Zelt auf. Für uns alle war das der wohl wunderbarste Ort an dem wir je eingeschlafen und durch das Pfeifen der Murmeltiere wieder aufgewacht sind. 

 

Ein Riesen Dank geht an Matthias für seine Gastfreundschaft und Hilfe, sowohl was die Organisation betrifft als auch in seiner lebensrettenden Funktion in der Schlucht. Jede Sekunde die wir zusammen verbracht haben war voller Inspiration und Freude, und nie konnten wir davon lassen uns über die Ökologie und Forschung zu unterhalten.

 

Kurz vor unserer Abreise nach Deutschland hatten wir noch die Gelegenheit, das gesamte Ökologie-Team der KWO (Kraftwerke Oberhasli) am Wasser zu treffen,für mich einer der schönsten Momente, alle Arbeitskollegen nach so langer Zeit wieder zu sehen.

 

Die Schweiz offenbarte sich für uns drei erneut als einmaliges Paradis. Wir haben in der kurzen Zeit so viel erlebt, dass uns die vier Tage vorkamen wie zwei Wochen, aber es gibt noch viel mehr zu sehen, ein weiterer Grund spätestens nächstes Jahr wieder nach Innertkirchen zu fahren.

 

Tight lines

Kristof

5 Gründe für widerhakenlose Fliegen

Wir machen es selbst und wollen auch andere dazu ermutigen, in Zukunft den Widerhaken anzudrücken oder gleich wegzulassen. Hier sind 5 Gründe wieso!

1. Eigener Schutz

Egal ob Anfänger oder Profi, ein jeder hatte sicherlich den Haken schonmal an einer unangenehmen Stelle hängen, sei es nur in der zuvor dichten Wathose. 

Ausgelöst durch Wind oder Wurffehler kann die Fliege schnell ihre Richtung ändern, und zwar genau dahin, wo sie nicht hin soll. Wir ersparen euch grausame Bilder von Fliegen im menschlichen Auge...

 

2. Verletzungen untermassiger Fische

Ein zweiter, besonders wichtiger Punkt ist schonende Zurücksetzen untermäßiger oder geschonter Fischarten, meist Äschen oder Bachforellen. Ein Widerhaken sorgt dafür, dass der Fisch länger dem Stress im Drill ausgesetzt ist und eine stärkere Verletzung davon trägt als die eines Hakens ohne Widerhaken.

3. Haltbarkeit deiner Fliegenbox

Sicherlich ein weniger bedeutender Punkt ist der Schaumstoff Eurer Fliegenbox, der sich bei widerhakenlose Fliegen bedanken wird und nicht so schnell ausfransen wird.

4. Kaum mehr Fischverlust

Oft sagt man den widerhakenlosen Fliegen nach, mit ihnen verliere man wesentlich mehr fische. Der geübte Angler, der im Drill stets Spannung auf seiner Schnur hält, wird aber wissen, dass die Verlustrate lächerlich geringer ist, als mit Widerhaken. Und was ist das Problem, wenn sich der ein oder andere Fisch im Drill verabschiedet?

5. Gutes gewissen

Zu wissen, dass untermaßige Fische in der Regel schadenfrei wieder zurückgesetzt werden können und man selbst im Falle eines Querfliegers keine großen Sorgen haben braucht, sorgt für ein gutes Gewissen und macht macht das Fischen mit widerhakenlosen Fliegen für uns zu einer Selbstverständlichkeit, die wir hoffentlich bald auch bei anderen Fliegen- und Spinnfischern sehen können.

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Kristof

Slowenien - Fischen im Land der Marmoratas

Vergangene Woche startete unser jährlicher Slowenien Trip.

Nach sage und Schreibe 8,5 Stunden Autofahrt (Start: München), bei der wir die meiste Zeit davon im Stau verbrachten, erreichten wir abends doch noch unser Apartment in dem kleinen  Dorf Zatolmin.

 

guideline rod racks favo reel

Hundemüde von der langen Fahrt, freute ich mich dennoch auf die kommenden Tage an der Soca und einigen ihrer Zuflüsse.

Ich stand voller Motivation ganz früh am Morgen auf, machte Kaffee und montierte erstmal meine neuen Rod Racks an unser Auto, ein neues Gimmick musste lange mal wieder sein.

Nie mehr Chaos zwischen den kurzen Autofahrten von Spot zu Spot – einer der besten Investitionen bislang!

 

Die Bedingungen für eine Sichtfischerei mit der Trockenfliege waren uns leider nicht vergönnt, dennoch konnten wir einige kapitale Regenbogenforellen zum Biss überlisten.

Die Tage darauf stieg der Wasserpegel der Soca durch das Abschmelzen der Schneemassen aus dem Triglav-Bergmassiv und starke Gewitter nahmen immer mehr zu. So wichen wir auf die kleineren Zuflüsse aus.

Bei anbrechender Dunkelheit beobachteten wir plötzlich eine riesige Marmorata beim aktiven Nymphen. Der große Fisch (geschätzt knappe 60cm) stand mitten in der schnellen Strömung und schlug im 5 Sekundentakt weitläufig nach rechts und links aus.

 

Nun galt es Ruhe zu bewahren und sich auf den einen Wurf vorzubereiten, den man in so einer Situation für gewöhnlich hat. 

Ich kam auf die Idee eine meiner großen Stimulator auszuprobieren, da wir hier und da große Steinfliegen schlüpfen sahen.

 

Ich lies meinem Kumpel den Vortritt und band die absurd riesige Trockenfliege auf sein langes Vorfach - los ging`s.

Der zweite Wurf erwischte fast die perfekte Drift, der gewaltige marmorierte Schädel durchbrach die rauschende Oberfläche und die Steinfliege verschwand in dem knochigen Maul der Forelle.

Der Anhieb war perfekt, doch nach 30 Sekunden konnte sich die Marmorata von der Fliege befreien und eine brutale Enttäuschung machte sich breit.

 

Nach einer kurzen Pause jedoch realisierten wir unsere Situation und begriffen, dass wir gerade eine absolut seltene und wunderschöne Erfahrung gemacht hatten. – einen so großen, seltenen Fisch zu beobachten und diesen dann auch noch zum Steigen zu bewegen - der Traum eines jeden Fischers.

 

Mit diesem Erlebnis, das wir nie mehr aus unseren Köpfen bekommen werden, machten wir uns am nächsten Tag auf die Rückreise und können es kaum erwarten, erneut nach Slowenien zu reisen. 

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Video - Stillwater Fly Fishing (Hooké)

Slowly but surely, the #keepemwet and pure-catch & release movement starts to change and gains attraction. I hope that soon the times of holding your fish over your head will be over and that more and more people start to focus on the environmental and ecological factor. Even in this video you can see the fish outside the water but it's at least not in selfie style.

 

Join Fishing BC Ambassador Brian Chan and the crew from Hooké as they explore Roche Lake near Kamloops, BC.

"The biggest enjoyment I get out of guiding fly fishers on lakes is seeing someone who has just taken up the sport and they get to catch a lot of fish. Their eyes get big, and they don't need big fish, they just need to feel the tug on the end of the line and those individuals are hooked for life" 


Das neue "Fischers Fritz" Magazin

Heute erscheint die zweite Ausgabe des gefühlt immer noch neuen Angel- und Erlebnismagazins "Fischers Fritz" aus dem Red Bull Media House Verlag.

 

Für einen Artikel über die Donau war unser Dude Maxi eingeladen, dort zu fischen. Natürlich verbunden mit einem Fotoshooting. 

Im Bericht erfahrt ihr vieles über die Donau in ihrem Verlauf Richtung schwarzem Meer aber auch über Maxi selbst.

Viele schöne Bilder und interessante Artikel auf rund 150 Seiten.

 

Auch zum Hashtag #hecht hatten wir etwas beizusteuern ;-)

 

Das Magazin gibts am Bahnhof eures Vertrauens für 6,90€.

 

Viel Spaß beim Lesen!

Kristof

Danica Dudes Fliegenfischen flyfishing blog - Fischers Fritz Magazin - Red Bull Media House Outdoor Magazin


Eva Baier - Neue Wege des Fischaufstiegs

Im Gespräch mit einer jungen Biologin aus der Schweiz

Eva Baier ist per Zufall auf ein Problem gestoßen, das ihre berufliche Laufbahn maßgeblich prägte. Nach ihrem Studium der Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich beschäftigt sie sich nun damit, Fischen beim Aufstieg zu ihren Laichgewässern zu helfen.

Wir haben ihr 10 Fragen gestellt, die sie uns gerne bei einem Skype Interview beantwortete. 

 

Wir haben für diesen Artikel die Kommentarfunktion aktiviert um mit euch über dieses wichtige Thema diskutieren zu können.

Danica Dudes Fliegenfischen Blog
Eva Baier

1. Wie kam es zu der Idee einer eigenen Fischaufstiegsanlage?

"In Zürich habe ich beim Lernen einmal beobachtet, wie Fische verzweifelt gegen ein Wehr gesprungen sind. Daraufhin habe ich mit verschiedenen Umweltverbänden Kontakt aufgenommen, mit der Antwort, jede Art einer Fischaufstiegsanlage dort wäre zu teuer. Daraufhin machte ich mich neben meinem Studium auf die Suche nach einer günstigen Lösung und entwickelte letztendlich zusammen mit einem befreundeten Maschinenbauer eine modulare Fischtreppe. Mit dieser gewann ich kurz darauf einen Startup-Wettbewerb und erhielt eine Förderung, um unser Projekt weiter auszubauen. Mittlerweile wird solch eine Fischtreppe von einer Firma produziert, welche zur selben Zeit eine ähnliche Idee hatte und mit der es zu einer Zusammenarbeit kam."

Hier sieht man, wie wenig Platz für eine so große Höhe benötigt wird.
Hier sieht man, wie wenig Platz für eine so große Höhe benötigt wird.

2. Was ist das Besondere an der "Steffstep"?

"Die grundsätzliche Idee war die Entwicklung einer Fischtreppe für nicht kraftwerksbedingte Hindernisse. In der Schweiz gibt es neben der Wasserkraft über 100.000 künstliche Stufen, die nicht direkt mit der Wasserkraft zu tun haben. Bis zum Jahr 2090 sollen in der Schweiz in etwa 4.000 km Fließstrecke revitalisiert werden und in diesem Zuge die Hindernisse in diesen Abschnitten zurückgebaut werden. An vielen Standorten jedoch, vor allem in Städten wo wenig Platz herrscht, wird es jedoch sehr schwierig, dieses Vorhaben umzusetzen. Daher ist der Zweck der Steffstep dort einen temporären Fischaufstieg zu schaffen, bis das Querbauwerk irgendwann zurückgebaut wird. Danach kann die Anlage herausgenommen und an einer anderen Stelle wiedereingesetzt werden. Aber wie wir merkten ist unsere Anlage auch für Kleinwasserkraftwerke von Interesse, da durch die horizontale Bauweise nur eine geringe Dotation nötig ist um den Fischaufstieg zu ermöglichen."

 

3. Ist die "Steffstep" für alle Fischgrößen durchwanderbar?

"Grundsätzlich schon, die Becken können in verschiedenen Größen, je nach vorhandener Fischfauna, hergestellt werden. Die Sohle der Becken besteht aus Steinnetzen, die mit Kies gefüllt sind, so dass die Strömung minimiert wird und auch bodenorientierte Fische durch die Anlage wandern. Beim aktuellen Standort ist kein Sohlanschluss gebaut worden, da der Kolk zu tief war, aber das bräuchte man natürlich, um alle Fische durch die Anlage zu bringen."

 

4. Ist die Anlage hochwassersicher?

"Wir können noch keine Grenzwerte nennen, müssen aber immer eine Schutzvorrichtung bauen, zum Beispiel einen Rechen aus Baumstämmen. Das Wasser ist weniger das Problem, mehr das was es mitbringt (Baumstämme und sonstiges Geschwemmsel). Das Ganze muss man für jeden Standort spezifisch anschauen, dann müssen wir Grenzwerte definieren, wie etwa ein 50 oder 100-jähriges Hochwasser. Die Treppe ist hauptsächlich für kleine bis mittlere Flüsse geeignet."

 

5. Mit wie viel Wasser kommt die "Steffstep" aus?

"Das hängt vom Gewässer und den jeweiligen Fischarten ab. Die Becken an sich, welche zum Beispiel auf eine 50 cm Bachforelle ausgelegt sind, brauchen etwa 90 Liter pro Sekunde als Mindestdotation. Ab 150 L/s werden sie dann überflossen. Ideal sind etwa 90-120 L/s. Wir wollen das gerade mit der TU Dresden testen und unterschiedliche Abflusswerte modellieren."

 

6. Wie ist aktuell die Akzeptanz Deiner Fischaufstiegsanlage?

"Die Akzeptanz ist auf jeden Fall da und das Feedback gut. Das Problem sind beispielsweise in Deutschland jedoch die sehr hohen Anforderungen. Dort wird hauptsächlich mit den DWA Werken gearbeitet, die genau definieren, wie eine Anlage dimensioniert sein muss.Diese Anforderungen können wir aktuell nicht halten, somit hängt viel von der jeweiligen Bewilligungsbehörde ab. Auch deshalb arbeiten wir mit der TU Dresden zusammen um den Beweis zu erbringen, dass unsere Anlage konform ist und den Standards entspricht. Unsere Anlage ist aber trotz allem eine Sonderbauform, dessen Vorteile insbesondere an speziellen Standorten zum Tragen kommen."

 

7. Die Becken sind aus umweltfreundlichem Kunststoff gefertigt. Was können wir uns darunter vorstellen?

"In unserem Fall handelt es sich um einen Kunststoffverbund, bei dem die UV-Beschichtung integriert ist und nicht von außen aufgetragen wird. Somit gelangt nichts davon ins Wasser."

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Eine Bachforelle, die den Einstieg in die SteffStepp gefunden hat.

8. Wie lange dauert der Einbau in ein Gewässer?

"Das hängt natürlich von der Größe der Anlage und der Zugänglichkeit an den Standort ab, aber in der Regel kann die Steffstep binnen eines Tages komplett eingebaut werden. Im Vorfeld muss häufig aber noch der Boden vorbereitet werden, oft fehlen auch Pläne zu den dortigen Bauwerken. Wenn das alles jedoch erledigt ist, geht der Einbau sehr flott vonstatten, was ich als großen Vorteil bei unserer Anlage sehe. Das senkt nämlich auch deutlich den Preis."

 

9. Wo besteht Deiner Meinung nach noch am meisten Forschungsbedarf?

"Ich denke da gibt es viele Baustellen... zum einen wissen wir relativ wenig über das Wanderverhalten unserer einheimischen Fische, wie sie mit Turbulenzen umgehen und sich in der Anlage verhalten. Der Fischabstieg ist ein großes Thema, wie muss man zum Beispiel Fische leiten, damit sie, vor allem in großen Flüssen, nicht in die Turbine geraten. Aber auch beim Fischaufstieg gibt es noch viele Fragezeichen. Brauchen Fische denn tatsächlich einen Sohleanschluss? Ich habe darüber noch keine Studie finden können, die dies ausführlich untersucht hat. Auch würde ich sagen, dass vieles einfach eine Zeitfrage ist. In der Schweiz haben wir einen starken Rückgang an Arten und auch an Individuen. Wir können uns also nicht mehr viel Zeit lassen mit den Revitalisierungen und Rückbauten und müssen versuchen, viele Probleme zeitnah zu lösen, die auch häufig in Zusammenhang mit der Landwirtschaft und sonstigen Stoffeinträgen stehen."

 

10. Wovon hängt Deiner Meinung nach eine funktionstüchtige Fischaufstiegsanlage maßgeblich ab?

"Das ist alles nicht so trivial, vor allem auch der Nachweis der Funktionsfähigkeit. Sehr lange hat man immer nur geschaut wie viel oben ankommt, es ist aber genauso wichtig, wie viele (Fische) unten den Einstieg finden respektive wie viele denn wandern wollen und den Eingang eben nicht finden. Der wurde in der Vergangenheit nicht selten auf der falschen Flussseite gebaut…

In der Schweiz fehlt mir noch etwas der Austausch der Ergebnisse. Man baut viel, zählt viel aber publiziert nicht, vor allem wenn das Ergebnis unbefriedigend ist, wobei vor allem gerade das extrem wichtig ist."

Wir danken Eva für das sehr interessante und aufschlussreiche Interview. Ihre weitere Forschung könnt ihr auf dem Portal Fischwanderung verfolgen.

 

Das Interview führten unsere beiden Umwelt-Studenten Kris & Church.


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Laichgruben - Aufpassen beim Waten

Quelle: http://www.angelfieber.com/huchen-hochzeit/
Quelle: http://www.angelfieber.com/huchen-hochzeit/
Quelle: Isarfischer
Quelle: Isarfischer

Nicht nur an der Isar in München, auch in weiteren Flussabschnitten laichen aktuell die Huchen und Nasen.

Wir bitten Euch deshalb jetzt zum Saisonstart beim Waten auf auffallend helle Kiesflecken zu achten und diese beim Fischen großräumig zu meiden.

Am Flaucher in München haben die Isarfischer, der ortsansässige Verein, Initiative ergriffen und die betroffenenen Stellen abgesperrt und mit Schildern markiert um Passanten und Badegäste (ja, auch zu dieser Jahreszeit) über die frohe Botschaft zu informieren.

Solch ein Spektakel dieser gefährdeten Fischart in einer derartigen Umgebung wie der Münchener Innenstadt ist etwas wirklich besonderes. Selten war die Anzahl an Laichhuchen so groß wie in diesem Jahr, nun haben sich erfreulicherweise auch die Nasen, eine in der Isar ebenfalls rare Fischart dazugesellt.

 

Hoffen wir, dass sich die Bestände in der Zukunft nicht nur an der Isar wieder etwas erholen. Mit der wichtigste Helfer dabei ist der Angler, der sich wie kaum ein anderer für den Schutz unserer Gewässer einsetzt.


Geflochtenes Nymphen Vorfach (Traun River Products)

Wir haben mal wieder etwas aus dem Hause Heger getestet, das "Nymph Indicator Vorfach" der Marke Traun River Products.

Vor einiger Zeit waren Maxi und ich in Südtirol an der Etsch und dem Eisack, wo aufgrund der geringen Wassertemperaturen häufig die Nymphe zum Zug kam.

Dabei testete ich ein spezielles Vorfach, welches wie dafür gemacht ist und gleich mehrere Vorteile vereint. Aber dazu später mehr.

Es handelt sich um das Nymph-Indicator Vorfach aus dem Hause Heger, genauer gesagt der Eigenmarke Traun River Products.

Es besteht aus einem Geflecht von monofiten Schnüren, in das ein rosa Yarn eingeflochten ist.

Die Länge des Vordachs beträgt 8 Fuß wobei nur die ersten 1,5m geflochten sind und danach ein Pitzenbauer Ringerl mitsamt einem Meter 0,18 mm Tippet folgt.

 

Die Kosten dafür belaufen sich auf 9,90 €

Beim Nymphenfischen in Südtirol ging es darum hinter den großen Felsblöcken schnell auf Tiefe zu kommen, sprich die Nymphen mussten schwer sein. Der Vorteil der geflochtenen Vorfächer zeigte sich darin, das Turnover der Nymphen wesentlich zu erleichtern und auch an der 3er Gespließten war das Fischen mit den schweren Nymphen kein Problem. Die tiefe Aktion der Rute zeigte natürlich auch Vorteile. 

Durch die etwas kürzere Länge des geflochtenen Teils bekam ich auch kein einziges Mal einen Knoten in diesen oberen Teil des Vorfachs.

 

Die meisten Bissanzeiger lassen sich meist nur schwer werfen, zu klobig sind sie in der Luft, der ins Vorfach integrierte Bissanzeiger schafft dabei Abhilfe und hat sich klasse bewährt, vor allem weil man ihn ganz einfach auch durch die Rutenringe ziehen kann, was im Drill nicht selten einmal vorkommen kann, vor allem bei der Verwendung langer Vorfächer.

 

Als kleinen Nachteil sehen wir die etwas zu klein geratene Schlaufe am oberen Ende des Vorfachs, die sich manchmal recht mühselig einschlaufen lässt. Oft reicht aber ein etwas festes zusammendrücken der Fliegenschnur Schlaufe.

Wir können das Vorfach als jedem empfehlen, der in kleineren Gewässern oder auf kurze Distanz Nymphenfischen möchte. Das eingeflochtene Yarn hält bombenfest und lässt sich gut einfetten. Aber auch unter der Wasseroberfläche lässt es sich auf kürzere Distanz noch gut verfolgen und die Fliege kontrollieren. Einen Riesen Vorteil sehen wir vor allem darin, den Bissanzeiger durch die Ringe einholen zu können.

 

Das Vorfach hat sich super geschlagen, sogar gleich mit einem Pitzenbauer Ringerl und Schlaufe geliefert kann es  ausgepackt und direkt gefischt werden.

 

Zu beziehen gibt es das Vorfach bei Rudi Heger.

 

Tight lines

Kristof


Ein perfekter Trip nach Südtirol

Alto Adige - Tal der Etsch.

Ein Paradis, gerade einmal 3,5 Stunden entfernt von München, befindet sich praktisch direkt hinter dem Brenner.

Ich war eingeladen, über Ostern dort einige Tage bei einem Freund zu verbringen und mit ihm ein Paar seiner Hausgewässer zu befischen, und wer sagt dazu nein...

Ich nahm Maxi mit auf einen Wochenend-Trip in die Nähe von Bozen, die der Südtiroler Rutenbauer Manfred Meraner seine Heimat nennen kann. 

Er kennt die Gewässer wie seine Westentasche, war jedoch selbst von den traumhaften Bedingungen an unserem Wochenende überrascht.

Wir starteten an der Etsch, genauer gesagt an ihrer Restwasserstrecke am Reschenpass. Das Gewässer ist dort sehr strukturreich und beherbergt Bachforellen, Regenbogenforellen, Äschen und die Marmorata, letztere nicht zu knapp wie wir bereits am ersten Tag erleben durften.

 

Am meisten erstaunte uns die Fischgröße und Vielzahl. Das Schonmaß an diesem Stück der Etsch liegt bei stolzen 60cm, kein Wunder woher die vielen stattlichen Fische kommen! 

 

In den kleinsten Rückströmungen konnten wir große Bachforellen jenseits der 50cm beim Steigen beobachten, die jegliche Gefahr und Annäherung aber sofort mit ihrem Verschwinden quittierten.

 

Dennoch fingen wir einige Regenbogenforellen, Äschen, Bachforellen und sogar einige Marmoratas, die meisten davon auf Trockenfliege! 

 

"Auf'm Berg fahren sie Ski, und wir fischen hier unten mit der Trockenen!" - Maxi

Am nächsten Tag ging es für uns an den Eisack und dem Mareiterbach, einem wunderbaren Wildbach mit erstklassiger Struktur, der sich seinen ganz eigenen Weg vom Berg ins Tal bahnt.

 

Am Eisack ging für mich ganz unerwartet ein Traum in Form einer 64cm  Marmorata in Erfüllung. Gefangen beim Nymphenfischen auf Sicht mit einer kleinen Nymphe an der 3er Gespließten.

 

Die Fischerei war anspruchsvoll, nicht ohne Grund sind die Südtiroler fantastische Fliegenfischer, da sie stets mit schwierigen Bedingungen konfrontiert sind. Aber genau das gefällt Maxi und mir, denn in traumhafter Natur am Ende erfolgreich zu sein setzt dem Ganzen nur die Krone auf.

 

Für uns ist ganz sicher, wir kommen wieder, auch wenn wir mit Sicherheit nie mehr so viel Glück haben werden, aber Südtirol allein sowie die Gastfreundschaft ihrer Einwohner ist die Reise definitiv wert.

 

Tight lines auf Eurer nächsten Reise

Kristof