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Die Schweiz - Wilde Forellen, weiße Berge und ein Zelt

Wenn ich auf meine vergangenen Reisen zurückblicke, dann ist die Schweiz dasjenige Land, das meine Einstellung zu Ökosystemen und der Natur im Allgemeinen am meisten beeinflusst hat. Das ist auch zu einem großen Teil Matthias Meyer zu verdanken, der mich in meinem Praktikum in Innertkirchen auf die beste Art und Weise malträtierte, die man sich vorstellen kann - am Fluss. Ich verbrachte 2017 ein halbes Jahr dort und hatte rund um die Uhr mit Seeforellen zu tun. Ich konnte kaum glauben, was ich über diese Fischart von Matthias lernen und beobachten konnte.

 

Vor kurzem planten Church und ich, zusammen mit unserer Freundin und Kommilitonin Carla einen Kurztrip in die Schweiz, beim Ort blieb ich eisern, denn ich konnte es kaum erwarten, Matthias und die anderen ehemaligen Arbeitskollegen wieder zu treffen. Es sollte ein unvergessliches Wochenende werden.

Unser Plan bestand darin, einige Nächte am Brienzer See zu campen und es eine Nacht hoch oben in den Bergen zu versuchen. Davon wurde uns jedoch stets abgeraten - es war immerhin noch Mai und in der Schweiz liegen zu dieser Zeit oberhalb der Baumgrenze noch bis zu 6 Meter Schnee...wir dachten kurz an ein Iglu...

 

Denkt man an die Schweiz, stellt man sich schneebedeckte Berge, Wasserfälle und kristallklare Wildbäche vor, hinter jedes der drei konnten wir bereits bei der Ankunft einen Haken setzen.

Die Schweiz beeindruckt einfach in so vielerlei Hinsicht, und wir konnten es kaum erwarten am nächsten Tag loszustarten.

 

 

 


Neben Matthias trafen wir auch Florian Böttcher, einen herausragenden Fliegenwerfer und Fischer, der uns mit in die Schlucht begleitete. Das Fischen in der Schlucht ist genauso schön wie gefährlich, ohne Matthias wären wir bereits nach wenigen Hundert Metern umkehren können, doch mit ihm hatten wir einen Guide, der den Fluss wie seine Westentasche kennt und uns half, die richtigen Schritte im Fluss zu setzen ohne unser Leben zu riskieren.

Auch Carla, die das erste mal in ihrem Leben in einer Wathose steckte, machte sich prima und so genossen wir einen sagenhaften Tag in atemberaubender Natur.

 

Am letzten Tag unserer Reise wollten wir uns das Wildcampen aber doch nicht vermiesen lassen und so fuhren wir in ein etwas abseits gelegenes, rund 2000 m hoch gelegenes Tal, und schlugen am Südhang oberhalb der Baumgrenze unser Zelt auf. Für uns alle war das der wohl wunderbarste Ort an dem wir je eingeschlafen und durch das Pfeifen der Murmeltiere wieder aufgewacht sind. 

 

Ein Riesen Dank geht an Matthias für seine Gastfreundschaft und Hilfe, sowohl was die Organisation betrifft als auch in seiner lebensrettenden Funktion in der Schlucht. Jede Sekunde die wir zusammen verbracht haben war voller Inspiration und Freude, und nie konnten wir davon lassen uns über die Ökologie und Forschung zu unterhalten.

 

Kurz vor unserer Abreise nach Deutschland hatten wir noch die Gelegenheit, das gesamte Ökologie-Team der KWO (Kraftwerke Oberhasli) am Wasser zu treffen,für mich einer der schönsten Momente, alle Arbeitskollegen nach so langer Zeit wieder zu sehen.

 

Die Schweiz offenbarte sich für uns drei erneut als einmaliges Paradis. Wir haben in der kurzen Zeit so viel erlebt, dass uns die vier Tage vorkamen wie zwei Wochen, aber es gibt noch viel mehr zu sehen, ein weiterer Grund spätestens nächstes Jahr wieder nach Innertkirchen zu fahren.

 

Tight lines

Kristof