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6 Tipps für eine erfolgreiche Winterfischerei

Kurz vor Weihnachten geht es meist überall heiß her: die letzten Geschenke müssen noch besorgt und eingepackt werden, der Baum wird geschmückt und auf der Arbeit müssen noch zig Sachen erledigt werden, bevor alle zufrieden in die Weihnachtsfeiertage starten können.

Doch dann, endlich, ein paar freie Tage oder Stunden um am Wasser winterlichen Räubern nachzustellen.

Die Tage im Winter sind kurz, doch oft reichen nur wenige Stunden am Wasser um mit roter Nase, klammen Fingern aber einem zufriedenen Lächeln wieder zurück ins Warme zu stolpern. Eine kleine Wärmeperiode, wie wir sie gerade eben erleben, ist ideal um noch schnell vor dem Abendessen unseren Räubern nachzustellen. In unserem Fall sind dies entweder der Hecht oder der Huchen, beziehungsweise im optimalen Fall auch beide - so wie an der Isar. 

Doch nicht jeder hat das Glück gleich auf beide Arten fischen zu können und so vertreibe ich mir seit längerem die Zeit mit der  meist erfolglosen Hechtjagd. Aber was nicht ist, kann ja noch werden... Gerade beim Fischen im Winter kann sich so manches ändern, wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Klar geht es meist nicht um mehrere Fische pro Tag, aber angesichts der Strapazen reicht oft nur ein Fisch (oder Biss), egal ob groß oder klein, der einen glücklich und zufrieden nach Hause gehen lässt.

Hier sind sechs Tipps für eine erfolgreiche Winterfischerei

  1. Warm anziehen! Richtig gekleidet kann einem die Kälte nichts mehr anhaben. Lange Thermoshirts (am besten aus Merinowolle), darüber eine Lage aus Fleece, eine Isolierschicht aus Daune oder Primaloft und außen eine wind- und wasserdichte Jacke, schon wird's oben rum richtig warm. An die Beine ebenfalls eine Lage Merino Wolle, Primaloft-Hosen sind ebenfalls top. Ein paar Wollsocken und dann ab in die Wathose oder die Gummistiefel. An die Hände ein paar fingerlose Handschuhe und es kann losgehen!
  2. Vergiss die Thermoskanne nicht! Ob Tee, Glühwein oder Kaffee, ein Schluck zwischendurch gibt Kraft und Wärme und stärkt den Kampfgeist!
  3. Fische gute Stellen intensiv ab! Such dir vorab ein paar Stellen aus, und konzentriere dich darauf diese gründlich abzusuchen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Hechte gerade im Winter oft mehrere Würfe brauchen, um aus ihrer Lethargie geweckt zu werden. Zudem wirkt oftmals auch ein Fliegenwechsel Wunder!
  4. Tief runter! Je kälter es ist, desto eher findet man sowohl Beute- als auch Raubfische in ihren Winterruheplätzen. Dies sind oft tiefe Gumpen und Rinnen, aber auch ausreichend tiefe Altwässer. Meistens liegen die Fische dann die längste Zeit über regungslos am Grund, Fischegel an den Flossen sind hierfür ein gutes Indiz. Mit Sinkschnüren kommt man deutlich schneller auf Tiefe und kann die Fliege effektiv in der Dead Zone präsentieren. Klar kommt ein Hecht oder Huchen auch mal hoch an die Oberfläche, wenn er in Fressmodus ist - aber eben nicht immer. 
  5. Konzentriert bleiben! Nach mehreren erfolglosen Stunden fällt es oft schwer, sich auf jeden Wurf zu konzentrieren. Doch häufig kommt der ersehnte Biss gerade dann, wenn man nicht damit rechnet. Mit dem Ergebnis, das man den Stripstrike sicher versemmelt... So ging es mir zumindest auch beim letzten Mal. Den Fisch verlor ich leider nach wenigen Sekunden, es sollte mein einziger Biss des ganzen Tages bleiben... das Video vom Live-Biss könnt ihr euch übrigens auf Facebook ansehen.
  6. Mach mal ne Pause! Ab und zu den Wurf-Arm ausruhen, die Rute beiseite legen und die klammen Finger am dampfenden Tee wärmen. Für ein paar Momente den Blick vom Wasser hoch an den Himmel richten, sich über die kreisenden Kormorane ärgern aber doch zufrieden sein, ein paar Winterstunden am Wasser zu verbringen. Ein kleiner Snack hilft, dass die Konzentration wieder steigt und als Resultat der nächste Stripstrike sitzt!

Für mich stellt das Fischen in der kalten Jahreszeit etwas ganz besonderes dar: eine einzigartige Ruhe und Stille am Wasser, klare Luft, kalte Finger und rote Backen. So habe ich auch den Winter wirklich zu schätzen gelernt, und die Sperrzeit für Forelle und Co. lässt sich auf diese Weise viel leichter verkraften! 

 

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